Samstag, 27. Oktober 2012

Diakonweihe und jede Menge Schnee

komme grade von der Diakonweihe der Diözese Passau in Altötting. 2 junge Männer wurden dort in der Stiftskirche zu Diakonen geweiht. Nicht irgendwelche. Einen der beiden kenne ich. Nicht seit gestern. Wir haben uns vor viiielen Jahren witzigerweise ausgerechnet bei einer Priesterweihe kennengelernt. Damals waren wir beide in der 7. oder 8. Klasse. Mein Gott wie die Zeit vergeht. Es ist schon ein bewegender Augenblick. Es ist nicht meine erste Diakonweihe. Aber wenn man die Kandidaten kennt, ist das nochmal was ganz anderes. Und wenn man bedenkt, dass wir beide unsere "Karrieren" als Ministranten begonnen haben... Seine Karriere ist mit der Diakonweihe nun endgültig vorbei. Meine geht auch im Orden weiter. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass aus meiner Ministrantenbekanntschaft von annodazumal jetzt ein (im wahrsten Sinne des Wortes großer) Diakon geworden ist. Und nächstes Jahr wird er zum Priester geweiht. Bleibt nur zu hoffen, dass er mit der Weihe nicht seine Lebensfreude und seinen Humor ablegt, wie es so manche andere vor ihm leider gemacht haben.
Es hat in Altötting schon die ganze Zeit geregnet. Mit weißgelben Regenschirmen wurde die Geistlichkeit am Vormittag nach der Weiheliturgie und nachmittags nach der Vesper in die Gnadenkapelle begleitet, wo die beiden der Muttergottes geweiht wurden. Beim 2. Mal durfte bzw. konnte ich auch dabei sein, weil da nicht mehr so viel los war wie am Vormittag.
Zurück in München kam das große Grausen. Schnee. Erst mal nur so Schneeregen. Aber jetzt, da ich wieder zurück in meiner Wohnung bin, zeigt sich erst das große Ausmaß. Von wegen ein bisserl Puderzucker und das wars. Ich kann aus dem (Dach-)Fenster von meinem geheizten (!) Wohnzimmer nicht mehr rausschaun. Mal schaun, wie das weitergeht. Wenns morgen genau so schneit, werde ich mich wohl damit abfinden müssen, dass jetzt die Mützen-Schal-und-Handschuh-Zeit angebrochen.
Und zu guter letzt:
Der Countdown läuft. Bis zum Fest von St. Peter und Paul im kommenden Jahr - also bis zur Priesterweihe - muss auch die Primizstola fertig sein. Ja. Richtig gehört äh - gelesen. Ich rede tatsächlich von der PRIMIZstola. Ich habe die Ehre, die Stola anfertigen zu dürfen, die der neue Priester bei seiner Primiz (für alle Outsider: die Erste Messe nach der Priesterweihe) trägt. Andere Priester lassen sich diese Paramente in Rom (!) anfertigen.

Freitag, 26. Oktober 2012

Wie erkennt man den Unterschied zwischen Haupt- und Ehrenamt?

Manchmal bin ich mir nicht so recht darüber im Klaren, was nun Haupt- und was Ehrenamt ist. Wenn ich alle Stunden, die ich zur Zeit für meine Ehrenämter aufbringe zusammenrechne und den Durchschnitt nehme, glaube ich, dass ich (auf das Jahr hochgerechnet) locker auf die 39 Wochenstunden komme, die ich paralell dazu im Büro verbringe um meinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Denn franziskanische Armut/Bescheidenheit in allen Ehren. Aber in der heutigen Zeit kann man nicht leben wie zu Franziskus' Zeiten. Auch wenn wir im OFS noch am ehesten seine Lebensweise nachahmen ("Mein Kloster ist die Welt").
Von Almosen leben ist nicht. Und meine Wohnung in München bekomme ich auch nicht umsonst. Über Probleme wie Versicherungen usw. musste sich Franziskus seinerzeit auch noch keine Gedanken machen. Manchmal wünschte ich mir eine solche Zeit.
Ich war schon oft in Versuchung einfach mal "franziskus-like" nichts mitzunehmen, zu Fuß los zu ziehen und zu schauen, wie weit man -nach dem Evangelium lebend- kommt. Ohne Geld, usw.